Andreas Bösch
Du bestehst zu 50 bis 7 5% aus Wasser (je nach Alter). Und genau auf diese Substanz ist unser Körper angewiesen. Kein Fruchtsaft, keine Cola, kein Sirup und auch kein Alkohol. Simples Wasser und dein Körper funktioniert am besten.
Trink’ Dich schlank!
Diese Aussage kann in der Tat für viele Menschen zutreffen. Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die sich ihr Übergewicht angeblich nicht erklären können. Schnell ist die Ursache gefunden: Kalorienhaltige Getränke und das nicht zu wenig, denn trinken – so weiß es der Volksmund – ist ja gesund.
Das stimmt, doch mit trinken ist die Zufuhr von Flüssigkeit gemeint, nicht eine zusätzliche Kalorienzufuhr. Die Flüssigkeit für uns Menschen ist Wasser (wie im Übrigen auch für alle Tiere und wir zählen schließlich zu den Säugetieren).
Wie schnell ist ein Liter Fruchtsaft getrunken. Ob verdünnt oder pur – am Ende ist der Tetrapack leer und ca. 350 Kalorien kannst du dein Eigen nennen. Wenn Du diese „Kaloriechen“ nicht verbrennst, kannst du auch – das daraus gebildete – Körperfett dein Eigen nennen.
Willst Du das? Wenn nicht, dann greife zu Wasser. Hiervon kannst du wann immer du willst trinken. Auch bei vier Liter täglich nimmst du damit nicht eine einzige Kalorie auf.
Milch, Kaffee, Energydrinks und Alkohol sind übrigens schlechte Helfer, wenn es um deine Flüssigkeitszufuhr geht.
Milch zählt aufgrund seines hohen Nährstoffgehalts zu den Nahrungsmitteln und ist – aus meiner Sicht – nicht mehr für erwachsene Menschen gedacht. Mehr zu diesem Thema kannst du in meinem Buch „Lebenspower³“ im Kapitel „Das Milchmärchen“ nachlesen.
Kaffee als Flüssigkeitszufuhr wird heftig umstritten. Während sich einige Experten einsetzten, dass die dadurch aufgenommene Flüssigkeit zu der Tagesbilanz addiert wird, plädieren andere dagegen, da Koffein angeblich Flüssigkeit aus dem Körper spült und dadurch eher ein Minus produziert.
Sei es, wie es wolle. Fakt ist, dass literweise Kaffee dein zentrales Nervensystem ziemlich in Aufruhr bringt. Wenn nicht, dann hast du dich vermutlich an den ständigen Koffeinrausch gewöhnt. Unser Leben ist hektisch genug, ob dieser zusätzliche „Stress“ durch aufputschendes Koffein empfehlenswert ist, wage ich zu bezweifeln …
Energydrinks haben einen relativ schlechten Ruf (und das zu Recht), dennoch werden weltweit jährlich über neun Milliarden Liter konsumiert. Sie sollten allerdings nicht nur von Schwangeren und stillenden Müttern gemieden werden. Bei regelmäßigem Konsum leiden viele an Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Herzklopfen, hoher Blutdruck, Kurzatmigkeit, Muskelzittern und ein deutlich aggressives Verhalten. Und was die Kalorienzufuhr dieser Getränke betrifft, sind sie hervorragend dazu geeignet, um kräftig zuzunehmen!
Alkohol als Flüssigkeitslieferant zu bezeichnen, erscheint mir eher ein Wunschgedanke vieler Zeitgenossen. Das ist in etwa so, als würde man Zigarettenrauchen als „Entspannungsmethode“ anerkennen. Denn schließlich nehmen sich viele Arbeiter zwischendurch ein Päuschen, um eine zu rauchen. Alkohol wird als Genussmittel definiert und genau so sollten wir es einsetzten. Genuss und Gewohnheit haben zwar denselben Anfangsbuchstaben, doch inhaltlich unterschieden sich diese Wörter erheblich.
Wieviel Flüssigkeit ist nun sinnvoll?
Die Grundversorgung sind 33 ml pro Kilogramm deines Körpergewichts. Das bedeutet, dass ein 75 kg schwerer Mensch pro Tag ca. 2,5 l Wasser trinken sollte. Sportliche Betätigung und viel schwitzen sollten zusätzlich abgedeckt werden.
Du findest das viel? Interessanterweise höre ich das öfters. Erstaunlicherweise höre ich das oft von Menschen, welche abends in der Kneipe innerhalb weniger Stunden mehrere Liter Bier „vernichten“ – plötzlich stellt die Trinkmenge so gar kein Problem mehr dar …
Vielleicht fällt es dir mit der folgenden Tabelle in Zukunft leichter, nach Wasser zu greifen als nach anderen Getränken.
Getränk | Anstrengung für den Abbau |
¼ l Rotwein = 210kcal | ca. 30 Min. joggen |
½ l Bier = 215kcal | ca. 30 Min. joggen |
½ l Limonade = 220kcal | ca. 30 Min. joggen |
1l Apfelsaft = 30 Stück Würfelzucker | |
1l Römerquelle Emotion = 11 Stück Würfelzucker | |
750 ml Trinkjoghurt = 20 Stück Würfelzucker |
Wenn es um deine Flüssigkeitszufuhr geht, mach’ Wassertrinken zu deiner Gewohnheit und du bist auf der richtigen Seite.
Dein Merksatz zur Flüssigkeitszufuhr:
Wasser ist Deine Nr. 1
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Herzlichen Dank Herr Bösch für diesen interessanten Bericht. Werde nun nach der Lektüre mein Trinkverhalten ändern.
In der Tabelle fehlen die Angaben am Schluss?
Liebe Frau Bischofberger, die letzten 3 Zeilen sollen nur eine Information darstellen. Die Redaktion hat die Tabelle leider unglücklich dargestellt 😉
Wie ist es mit Mineralwasser? Ist es von Vorteil Mineralwasser zu trinken oder finden sie da keinen Vorteil zu Leitungswasser?
Liebe Frau Moosbrugger, bei Mineralwasser gibt es grosse Unterschiede bez. der darin enthaltene Mineralstoffe wie z. B. Magnesium oder Calcium.
Aus meiner Sicht gibt es für einen gesunden Mensch keinen Grund, Mineralwasser dem (hochwertigen) Trinkwasser (in unserer Gegend) dem Vorzug zu geben. Nicht nur, dass es zusätzliche Kosten aufwirft – auch die meist verkaufte Variante in Kunststoffflaschen bringt negative Konsequenzen mit sich (generell Plastik, aber auch Weichmacher).
Bei Personen mit Störungen im Mineralstoff-Haushalt kann Mineralwasser eine sinnvolle Massnahme sein. Oder auch als Variante z. B. wer auf „Sprudel“ steht, kann natürlich Mineralwasser zur Abwechslung trinken 😉