Gsi.News war live vor Ort bei den weltbekannten Filmfestspielen im französischen Küstenort Cannes und gelangte an Insiderstorys der bereits 74. Auflage, die allerdings zum Nachdenken anregen.
Normalerweise findet das Filmfestival bereits im Mai statt. Dies war heuer aufgrund von Covid-19 nicht möglich. Dass es erst im Juli stattfindet, hat mehrere Nachteile, die Fans des Festivals so bislang nicht kannten: Abgesehen davon, dass es viel zu heiß ist, ist nun Hauptsaison und es kommen viel mehr Touristen als üblich hierher. Sind es im Mai eingeschworene Filmfans, Filmemacher sowie Stars und Sternchen, so fanden wir dieses Jahr ein sehr durchmischtes Publikum vor.
Rihanna und Macarons
Das Staraufgebot war auch etwas bescheidener als sonst: Neben sehr vielen Filmschaffenden und Cineasten des französischen oder italienischen Kinos kamen etwa Matt Damon, der sich aber klassisch langweilig gab. Anders verhielt sich Rihanna, die eine Yacht vor Cannes charterte. Da die Diva gerne Macarons hat (der Stückpreis liegt bei 5 Euro), bestellte sie bei einem bekannten französischen Bäcker gleich stolze 40 kg. Diese hat sie – so lautet die Insiderinfo, die uns ein Kenner der Szene, der bei Münchner Modelabels und Agenturen als Paparazzi anheuert – offenkundig erzählt, mit auf ihr Schiff genommen. Da sie aber bald genug davon hatte, habe sie sie fröhlich ins Meer geschmissen. Angeblich habe ihr gefallen, wie die farbigen Leckereien im Wasser schwimmend aussehen, bevor diese Richtung Meeresgrund wandern.
Andy Warhol auf Yacht
Eine weitere Diva – diesmal aus Deutschland – ankerte ebenfalls in der Nähe des US-Popstars vor der Küste Cannes. Anders als Rihanna habe sie gleich zwei millionenteure Kunstwerke – eines von Andy Warhol und ein Van Gogh – mit auf ihre Yacht genommen. Schon verrückt, bedenkt man, dass das schwimmende Objekt mit den Gemälden untergehen kann. Wohl frei nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut!“ Die Stars sind alle im Hotel Martinez untergebracht. Die Papparazzi warten den ganzen Tag, bis sich jemand blicken lässt, sei es auf dem Balkon oder beim Hoteleingang, wo ein Fuhrpark mit Limousinen rund um die Uhr damit beschäftigt ist, die Stars von A nach B zu befördern. Für die Superreichen gibt es zudem auch einen Heli-Shuttle und viele Polizeieskorten. Unser Insider berichtet, dass die Mietpreise für Chauffeur und Limousine vor Ort quasi unerschwinglich wären und viele Stars – etwa aus Berlin oder München – lieber deutsche Fahrer mitsamt BMW oder Audi aus Deutschland herbestellen, da dies günstiger wäre.
Am roten Teppich selbst, der sich beim Théâtre Claude Debussy befindet, gibt es mehrere Absperrungen. Die Pressefotografen aus aller Welt befinden sich links und rechts auf den Tribünen neben dem roten Teppich mit den vielen Stufen. Die nicht akkreditierten sowie Kinder greifen auf Stehleitern zurück, die weiter hinten aufgereiht stehen. Es ist ein kleines Hollywood, nur in der brütenden Hitze für die unzähligen Securities, Bodyguards, Fotografen und Presseattachees kein Honigschlecken. Neben den Filmpremieren gibt es einen Filmmarkt in niedlichen weißen Zelten entlang der Promenade unweit des Hafens. Großer Beliebtheit freut sich auch das „Cinéma du plage“ am Sandstrand. Hier wird jeden Abend während des zwölftägigen Festivals um 21.30 Uhr (zirka, im Süden Frankreichs ist nichts wirklich pünktlich) ein Film gezeigt. Meist auf Französisch mit englischen Untertiteln. Ist der Regisseur zugegen, dann richtet er vor Beginn der Projektion mit den wirklich lichtstarken Beamern einige Worte ans Publikum, das auf Liegestühlen im Sand mit dem Meeresbrausen im Hintergrund dieses einzigartige Ambiente genießt.
Adrien Brody Kiernan Shipka
Fazit:
Nicht nur für richtige Cineasten, sondern für alle, die einmal gerne Filmluft schnuppern möchten ist der Besuch von Cannes während des Festivals wärmstens zu empfehlen! Ein kleines Hollywood an der französischen Riviera, bei dem selbst die Promenade mit einer gut durchdachten Beleuchtung in einen roten Teppich für jeden verwandelt wird. Äußerst gelungen!