Die Rankweiler Gemeindevertretung hat den Budgetvoranschlag 2022 am Donnerstag, 16. Dezember, einstimmig beschlossen. Die Gesamtsumme der Mittelverwendung im kommenden Jahr beträgt rund 50 Mio. Euro, investiert werden sollen 10,6 Mio. Euro – und zwar vorwiegend in Bildung und den Kauf von Grundstücken.
Bei den Einnahmen durch Kommunalsteuer und Ertragsanteil – das ist Geld, welches Rankweil vom Bund erhält – ist für kommendes Jahr mit einer Steigerung von rund 3,6 Mio. Euro auf 23,9 Mio. Euro zu rechnen – das entspricht einem Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist davon auszugehen, dass sich im Jahr 2022 die negativen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie deutlich abschwächen und sich folglich die Ertrags- und Finanzlage der Marktgemeinde Rankweil wesentlich verbessern werden.
Ergebnis- und Finanzierungshaushalt
Vor diesem Hintergrund weist das Budget der Marktgemeinde Rankweil für 2022 Einnahmen in Höhe von 38,2 Mio. Euro und Ausgaben in Höhe von 49,1 Mio. Euro aus, was somit einen negativen Netto-Finanzierungshaushalt in Höhe von 10,9 Mio. Euro ergibt. Ähnlich sieht es bei dem im Ergebnishaushalt 2022 ausgewiesene Nettoergebnis nach Rücklagen von minus 3,8 Mio. Euro aus.
Ausgaben und Investitionen
Ausgabenseitig ist Rankweil zudem mit steigenden Ausgaben im Bereich der Transferzahlungen konfrontiert, auf welche die Marktgemeinde keinen Einfluss hat. Das sind insbesondere Zahlungen zur Abgangsdeckung an den Spitalsfonds, der Beitrag an den Sozialfonds sowie andere Transferleistungen, welche gegenüber dem Vorjahr rund 598.000 Euro mehr ausmachen. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen für das kommende Jahr 10,6 Mio. Euro, was rund 21 Prozent der Gesamtausgaben der Marktgemeinde Rankweil entspricht. Rund 3,7 Mio. Euro werden in Schulen und Kinderbetreuung fließen, 1,7 Mio. in den Straßenbau und weitere rund 0,6 Mio. Euro in die Sanierung der Kanalisation, rund 2,8 Mio. Euro in den Erwerb von Immobilien und rund 1,8 Mio. Euro in verschiedene kleinere Projekte. „Die größten Investitionen werden 2022 räumliche Adaptionen und Neubauten von Kinderbetreuungseinrichtungen sein. Unter anderem sind die neue Kleinkindbetreuung Markt sowie ein Teil der Neubaukosten für die Kinderbetreuung Montfort eingerechnet. Als familienfreundlichste Gemeinde Vorarlbergs legen wir großen Wert auf eine gut ausgebaute und bedarfsgerechte Infrastruktur für alle Kinder“, erklärt Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall.
Schulden und Rücklagen
Der Gesamt-Schuldenstand der Marktgemeinde liegt bei rund 16,89 Mio. Euro. Dies ergibt eine aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung (Basis Verwaltungszählung des Landes) von rund 1.404 Euro bei 12.031 Einwohnern. 2021 werden rund 1 Mio. Euro an Schulden zurückgezahlt. Die Rücklagen werden per Ende 2022 voraussichtlich rund 11,2 Mio. Euro betragen, 1,2 Mio. Euro davon sind zweckgebunden.