Jürgen Hämmerle aus Dornbirn ist kein gewöhnlicher Weltenbummler. Was als eine einjährige Weltreise begann, entwickelte sich zu einer zehnjährigen Entdeckungsreise durch zahlreiche Länder und Kulturen. Dabei verband er seine größte Leidenschaft – das Klettern – mit dem Erkunden der Welt.
Von Thailand bis Mexiko – Die Reise seines Lebens
Nach seiner Lehre und einem gut bezahlten, aber stressigen Job in Liechtenstein entschied sich Jürgen, seinen Alltag hinter sich zu lassen. Er kaufte ein günstiges Around-the-World-Ticket und startete seine Reise in die USA, nach Neuseeland, Australien und wieder nach Thailand. Dort begann er, seine Reisen flexibler zu gestalten, ohne vorab fixe Routen zu planen.
Besonders lange hielt es ihn in Mexiko, wo er zunächst für ein halbes Jahr bleiben wollte – daraus wurden mehrere Jahre. Dort fand er durch Zufall heraus, dass es ein Paradies für Kletterer ist, und schloss sich einer Gruppe mexikanischer Roadtrip-Kletterer an, die ihn durch das ganze Land führten.
Die Liebe zum Klettern – Von der Faszination zur Lebensweise
Schon als Kind war Jürgen vom Klettern fasziniert. Mit 16 Jahren begann er selbst, sich dem Sport zu widmen, der damals noch als gefährlich galt. Heute ist das Klettern für ihn nicht nur Sport, sondern auch eine Möglichkeit, auf Reisen schnell Anschluss zu finden.
Zu seinen Lieblingsorten zählen die Klettergebiete von Mexiko, die berühmten Red Rocks in den USA sowie die vielen Gebirgszüge Europas, etwa die Alpen. Besonders wichtig ist dem Wahl-Feldkircher dabei nicht nur die Landschaft, sondern die Menschen, mit denen er klettert – denn das Vertrauen zwischen Kletterpartnern ist essenziell.
Erlebnisse zwischen Monster-Trucks und wilder Natur
Eines seiner skurrilsten Reiseerlebnisse hatte Jürgen in den Red Rocks bei Las Vegas. Dort traf er auf eine Gruppe von mexikanischen Bodybuildern, die ihn überraschend freundlich aufnahmen und ihn einen Monat lang zum Klettern begleiteten. Viele von ihnen waren früh in Gangs verwickelt und fanden durch den Sport einen neuen Lebensweg. Diese Begegnung hat ihn nachhaltig geprägt.
Ein weiteres unvergessliches Abenteuer war der Overland Track in Tasmanien – eine Wanderroute, die normalerweise acht Tage dauert. Da er keine Kochmöglichkeit hatte, entschied sich Jürgen, die Strecke in nur zwei Tagen zu bewältigen – ein waghalsiges, aber erfolgreiches Unterfangen.
Mit dem Wohnmobil durch den Norden Europas
Während der Corona-Pandemie reiste Jürgen mit seiner Frau und ihrer Katze Lope in einem Wohnmobil durch Norwegen, Schweden und Dänemark. Sie erlebten Skandinavien fast menschenleer – eine einmalige Erfahrung. Besonders Norwegen mit seiner unberührten Natur hinterließ einen bleibenden Eindruck bei dem Paar.
Neue Abenteuer in Sicht?
Seit kurzem ist Jürgen Vater einer Tochter, doch seine Reiselust bleibt ungebrochen. In Zukunft möchte er wieder mehr tauchen und sich spontan von den Möglichkeiten überraschen lassen, die das Leben bereithält.
Factbox: Jürgen Hämmerle
- Herkunft: Dornbirn, Vorarlberg
- Reisezeit: 10 Jahre, auf mehreren Etappen verteilt
- Bereiste Länder: Thailand, USA, Neuseeland, Australien, Mexiko, Guatemala, Kuba, Norwegen, Griechenland, Türkei u. v. m.
- Leidenschaft: Klettern, Reisen, Tauchen
- Besondere Erlebnisse: Klettertour mit ehemaligen Gangmitgliedern in den USA, Roadtrip durch Mexiko, Tasmanien-Überquerung in Rekordzeit
- Nächste Pläne: Tauchen und Reisen mit der Familie
Jürgen Hämmerle zeigt, dass Abenteuer überall warten – ob in den Felsen Mexikos, den Wäldern Skandinaviens oder tief unter Wasser. Wer ihn trifft – etwa in Kletter- und Boulderhallen des Landes – spürt sofort seine Begeisterung für das Unbekannte und seine Liebe zur Bewegung.