Trotz des anhaltenden Konflikts wird der Schulunterricht im Gazastreifen, so weit wie möglich, fortgesetzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat den Lehrplan an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Die EU-finanzierten Lehrmaterialien enthalten jedoch weiterhin antisemitische Inhalte. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des israelischen Instituts „IMPACT-SE“ hervor, das sich mit der Überwachung von Bildungsinhalten im Hinblick auf Frieden und kulturelle Toleranz befasst.
Herausforderungen und Anpassungen im Bildungswesen
Der Krieg stellt das Bildungssystem im Gazastreifen vor erhebliche Herausforderungen. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union hat die PA den Lehrplan angepasst, um den Schülern zu helfen, den versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen, auch in provisorischen Räumen, die zum Teil noch keine Stühle oder andere Grundausstattungen bieten. Dennoch bleibt die ideologische Ausrichtung der Unterrichtsinhalte problematisch.
Im Juli 2024 verpflichtete sich die PA erneut, die EU-Gelder zu erhalten und ihre Lehrpläne im Einklang mit den UNESCO-Standards für Frieden und Toleranz zu reformieren. Doch laut dem „IMPACT-SE“-Bericht wurde dies nicht in dem versprochenen Ausmaß umgesetzt.
Ideologische Ausrichtung und Propaganda in den Lehrplänen
Die Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, sowohl in gedruckter Form als auch online zugänglich, beinhalten nach wie vor keine grundlegenden Reformen. Juden werden weiterhin als die Manipulatoren der Weltgeschichte dargestellt, und die jüdische Nationalidentität wird als „Kolonialisierung“ bezeichnet. Im Islamunterricht werden Juden als feindlich gegenüber dem Islam und als moralisch verwerflich dargestellt. Der Dschihad wird als religiöse Pflicht thematisiert, und bereits Erstklässler lernen das arabische Alphabet anhand des Begriffs „Schahid“ (Märtyrer).
Dieser Hass gegen Juden und Israel zieht sich durch sämtliche Fächer, sogar der Mathematikunterricht ist politisiert: Eine Aufgabe im Mathematikbuch fordert die Schüler auf, die Zahl der „Märtyrer“ der „Ersten Intifada“ zu berechnen. Auch in der Statistik werden die Opferzahlen „menschlicher Märtyrer“ in Bezug auf Israel erfasst. Terroristen werden weiterhin als Volkshelden glorifiziert und dienen als Vorbilder für die Kinder.
Finanzierung durch die EU
Die Palästinensische Autonomiebehörde wird unter anderem von der Europäischen Union und Deutschland finanziell unterstützt. Diese Unterstützung beläuft sich auf mehrere Hundert Millionen Euro jährlich. Seit Jahren kritisieren Organisationen wie „IMPACT-SE“, dass ein erheblicher Teil dieser Gelder indirekt zur Finanzierung der terrorverherrlichenden und antisemitischen Bildungsinhalte verwendet wird, die mitverantwortlich sind für Gewalt und Terrorakte, einschließlich des Massakers am 7. Oktober 2023.
Die EU hat wiederholt zugesagt, ihre Zahlungen nur unter der Bedingung fortzusetzen, dass die PA ihren Lehrplan reformiert. Doch trotz dieser Zusagen sind keine signifikanten Änderungen zu verzeichnen. Organisationen wie „IMPACT-SE“ fordern nun von den Geberländern, insbesondere der EU, dass sie ihre Versprechungen einhalten und die Finanzierung dieser problematischen Lehrpläne einstellen.
Quellen: Impact-SE, israelnetz.de, UNRWA